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Blindenschule |
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>>> Neues
von Braille ohne Grenzen: |
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Projektbeschreibung |
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Das "Blindenzentrum Tibet" ist als ein Zentrum für Blinde geplant, in dem zunächst Kinder und später auch Erwachsene auf ihr Leben in der Welt der Sehenden vorbereitet werden Ziel des Blindenzentrums ist es einmal, Kinder in einer Blindenschule in Blindentechniken zu unterrichten, um sie, ausgestattet mit blindenspezifischem Lehrmaterial, in weiterführende Schulen mit Sehenden integrieren zu können. Zum anderen sollen jugendliche und erwachsene blinde Menschen in dieser Ein-richtung eine Ausbildung erhalten, die sie befähigt, in der Welt der Sehenden einen adäquaten Beruf ausüben zu können. Für den Beginn hat sich das Projekt auf eine Ausbildung von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren konzentriert. Die Kinder wurden aus den verschie-denen Distrikten der Autonomen Region Tibet ausgewählt. Zur Zeit werden 14 Kinder unterrichtet. Auf Grund der meist großen Entfernungen von Lhasa zu den Heimatdörfern, werden die Kinder zunächst in der Schule untergebracht. Für die Zukunft planen wir aber, sie in Gastfamilien innerhalb Lhasas zu integrieren. Das Blinden-Zentrum Tibet zählt zur Zeit, neben den beiden ausländischen Projektleitern Sabriye Tenberken (29, Deutschland) und Paul Kronenberg (31, Holland), 3 Lehrerinnen, eine Köchin, einen Hausvater und eine Hausmutter. |
Entstehung und Aufbau des Projektes Das Projekt "Blinden-Zentrum Tibet" ist durch die Initiative der Tibetologie-Studentin Sabriye Tenberken aus Bonn entstanden. Sabriye Tenberken ist selbst blind und hat zum Studium der tibetischen Texte eine tibetische Blindenschrift auf der Basis des Braille-Schrift-Systems einerseits und der tibetischen Silbenschrift andererseits entwickelt. Diese Blindenschrift wurde von einem tibetischen Gelehrten der Universität Bonn geprüft und für einsichtig, einfach und schnell erlernbar befunden. Da die Tibeter bisher keine eigene Blindenschrift haben, machte er den Vorschlag, die Blindenschrift von Sabriye Tenberken tibetischen Blinden zugute kommen zu lassen. Von Anfang Mai bis Anfang August 1997 reiste sie daraufhin durch die Autonome Region Tibet, um vor Ort die Möglichkeit zu erkunden, blinden tibetischen Kindern eine Ausbildung zu geben. Blinde haben bisher in der Autonomen Region weder Zugang zu einer Ausbildung, noch erhalten sie eine staatliche Versorgung. Im günstigsten Fall sitzen sie in abgedunkelten Räumen und werden von Familien-mitgliedern oder Nachbarn ernährt. Oft aber sind sie gezwungen schon als Kinder auf den Straßen der Städte um Geld und Lebensmittel zu betteln. Viele blinde Kinder werden im frühen Alter ausgesetzt. Nach offiziellen Statistiken gibt es in der Autonomen Region bei 2,4 Millionen Einwohnern mehr als 10.000 Blinde, viele davon sind Kinder im schulfähigen Alter. Sehschädigungen und Blindheit sind bedingt sowohl durch mangelhafte Ernährung als auch durch extremes Klima. Ursachen sind zum einen das Fehlen von Vitamin A in der Nahrung, zum anderen Wind, Staub, hohe UV-Strahlung und Ruß in den Häusern, verursacht durch Kohle- und Yack-Dung-Beheizung. Hinzu kommt der Mangel an adäquater Hygiene und an medizinischer Versorgung. Es gibt zudem eine hohe Anzahl von Katarakt-Erkrankungen, die aber in den meisten Fällen durch operative Eingriffe geheilt werden könnten, wäre das nötige Geld dazu vorhanden. Im Mai 1998 begannen Sabriye Tenberken und Paul Kronenberg mit dem Start der Schule für blinde tibetische Kinder. Die Schule war zunächst in Lhalu, einem Vorort von Lhasa situiert. Seit Januar 1999 ist sie jedoch im Anwesen der Adelsfamilie Langdün, im Zentrum der Stadt Lhasa untergebracht. Für die Bedürfnisse des Trainings- und Ausbildungs-Zentrums weist dieses Haus ideale Bedingungen auf. Es ist im tibetischen Stil erbaut, hat einen großen mit Bäumen bepflanzten Garten und und enthält 9 unterschiedlich große Räume, die als Wohn- und Schlafräume für die Kinder und für blinde Auszubildene genutzt werden können. Hinzu kommen zwei kleine Klassenzimmer, ein großes Büro, eine Küche und Schlafräume für die Hauseltern. Da das Haus in der Nähe des Bakhorssteht, dem Herzen Lhasas, ist es möglich, das Mobilitätstraining in der Stadtmitte durchzuführen. Auf diese Weise wird ein Blinder, der mit Hilfe seines weißen Stockes seine Welt erkunden kann, bald zum Alltag Lhasas gehören.
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Pläne und Aussichten Projektziel ist die Integration blinder Menschen in
die tibetische Gesellschaft. Das Projekt wird sich in vier Teilbereiche gliedern: |
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a) Die Blindenschule Die Schule ist als Grundschule für voraussichtlich 4 Semester geplant. Das erste Semester ist ein Einführungslehrgang, in dem blinde Kinder in der tibetischen und chinesischen Brailleschrift aus-gebildet werden sollen. Zusätzlich erhalten sie ein Training in Mobilitäts- und Orientierungs-Techniken (Orientierung im Raum und in der näheren Umgebung der Schule, Gebrauch des Blindenstocks) sowie in lebenspraktischen Fertigkeiten (Anziehen, Aufräumen, Wäschewaschen, das Essen mit Eßstäbchen und grundlegende hygienische Fertigkeiten) Im zweiten, dritten und vierten Semester werden die Kinder in den Fächern einer tibetischen Grundschule unterrichtet (Tibetisch, Chinesisch und Mathematik). Zudem erhalten die Kinder Unterricht in der englischen Umgangssprache sowie in der englischen Brailleschrift. Nach
vier Semestern sollen die Kinder fähig sein in die normalen Schulen ihrer
Heimatorte integriert werden zu können. Sie
und ihre Lehrer erhalten dabei regelmäßig beratende und schulende Unterstützung
durch Mitarbeiter des Blinden-Zentrums Tibet. b) Ausbildung von Lehrern und von Mitarbeitern im Außendienst Voraussetzung für Lehrer der Blindenschule ist die vorgeschriebene Ausbildung als Lehrer im tibetischen Schulsystem. Sie müssen Tibetisch und Chinesisch in Wort und Schrift beherrschen und über grundlegende Kenntnisse in Englisch verfügen. Weiterhin müssen sie bereit und fähig sein, sich die Braille-Schriften der drei Sprachen anzueignen und Blindentechniken zu erlernen. Die Lehrer werden im Blindenzentrum Tibet auf ihre Aufgabe vorbereitet. Sie werden entweder in der Schule unterrichten oder als Mitarbeiter in die Heimatorte der Kinder gehen, um die Lehrer und Kinder vor Ort in regelmäßigen Abständen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. c) Berufsausbildung für Blinde Jugendliche und erwachsene blinde und sehgestörte Menschen können im Blindenzentrum Tibet ein Mobilitätstraining absolvieren. Geplant ist weiterhin ein Ausbildungsgang für jugendliche und erwachsene Blinde. Für diesen Ausbildungsgang werden Berufe gewählt, die zum einen mit speziellen Methoden für Blinde erlernbar sind und die zum anderen in die kulturellen Bedürfnisse der tibetischen Gesellschaft integriert werden können. Das Blinden-Zentrum strebt zu-nächst die Verbreitung dieser Berufe für Blinde und hoch-gradig Sehgeschädigte an: Ärzte, die vor allem in entlegenen Regionen arbeiten, sprechen von einer, durch Vitamin D-Mangel bedingten Knochenerkrankung, die durch gezielt angewendete Massagen behandelt werden können. Da bisher auf dem Land noch keine Masseure und Physiotherapeuten tätig sind, sieht das Blinden-Zentrum in der Ausbildung und Ausübung von Massagetechniken eine große Berufschance für blinde Tibeter. Die Ausbildung in Massage wird bereits Ende diesen Jahres beginnen können. Ein Ausbildungsgang in Landwirtschaft und Viehzucht wird für den Sommer 2000 ins Auge gefaßt. Viele der späterblindeten Erwachsenen sind Nomaden und Bauern aus den höher gelegenen Regionen. Durch ihre Erblindung werden sie meist arbeitslos und sind nicht mehr in der Lage, eigenständig ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Durch neue blinden-spezifische Methoden und Techniken, plant das Blinden-Zentrum, Nomaden und Bauern wieder in ihren alten Beruf zu integrieren. Training in Pferdezucht, Yoghurt- Käse- und Milch-Produktion sowie Anbau von Gerste und Gemüse werden angestrebt. d) Herstellung von Unterrichtsmaterialien für blinde Schüler und Auszubildene Zur Herstellung von Unter-richtsmaterialien wird eine kleine Werkstatt eingerichtet, in der Lehr-Materialien mit Hilfe eines Braille-Druckers hergestellt werden können. Das Projekt "Blinden-Zentrum Tibet" soll mit der Unterstützung von Sponsoren und in Kooperation mit den dafür zuständigen lokalen Behörden mindestens vier Jahre lang durch Sabriye Tenberken und Paul Kronenberg aufgebaut und organisiert werden, um dann in tibetische Hände über-geben werden zu können. Unterstützt wird diese Initiative durch zwei Organisationen, die sich speziell zur Förderung der Blindenausbildung in der Autonomen Region Tibet gegründet haben. In Luxemburg kann die Blindenschule von Lhasa durch Spenden auf das Postscheckkonto (CCP) 123456-72 von Les Amis du Tibet, Luxembourg mit dem Vermerk “Blindenzentrum Tibet” unterstützt werden. Die Spenden werden in regelmässigen Abständen an den Förderverein Blindenschule Tibet weitergereicht, der die Spenden in Deutschland sammelt. Die Spender erhalten ein Spendenzertifikat. |
Weitere Informationen über das Blindenzentrum Tibet sowie über den deutschen Förderverein gibt es auf der Internetadresse www.blinden-zentrum-tibet.de